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Aktuelle Ausstellungen

HarryMeyerSternennacht30x70cm


 KINESIS

Einzelausstellung
zur Ausstellung erscheint der Ausstellungskatalog Kinesis

meyer kinesis sm

mit einer Einführung von Brigitte Herpich
Galerie Bode, Lorenzer Straße 2, 90402 Nürnberg
Öffnungszeiten: bitte telefonisch anfragen

 

Galerie Bode

Katalog zum Durchblättern

reflexionen #1

Werke

Sfumato in der Landschaftsmalerei – Die Auflösung der Gegenständlichkeit


Malerei Harry Meyer

Seit geraumer Zeit arbeite ich an einer neuen Werkserie meiner Landschaftsmalerei; Bilder, die bis dato unter dem Arbeitstitel „Ur“-Landschaften figurieren, als Landschaft des Ursprungs, vor Mensch und Zeit. Die ersten Vorläufer entstanden seit Anfang 2020.

Diese Werkserie verkörpert meine Idee des „pastosen malerischen Sfumato" und bedeutet für mich die Erweiterung der Maltechnik des Sfumato, als deren Erfinder Leonardo da Vinci (1452–1519) gilt, um meinen pastos-reliefartigen Farbauftrag.

Leonardo hatte den Begriff geprägt und die Technik in den Hintergrundlandschaften seines Spätwerks angewandt. Jedoch sind auch andere Maler für eine Verwendung des Sfumato bekannt; unter anderen Giorgione (1478–1510), Antonio da Correggio (1489–1534), Federico Barocci (1535–1612) und Bernardino Luini (1480–1531). Im weiteren Verlauf der Kunstgeschichte haben sich Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682) und Antoine Watteau (1684–1721) mit dieser Technik in der Malerei auseinandergesetzt.

Als einer der Meister und Vollender dieser Bild-„Anatomie" darf William Turner (1775- 1851) gelten. Er ist der Maler der Elemente und des Lichts, welches durch ein Minimum an Gegenständlichkeit wiedergegeben wird. Die Themen seiner Bildwerke sind Licht, Feuer, Wasser, Dunst und Raum. Durch die völlige Entmaterialisierung seines Bildraumes, durch Auflösung und Dekomposition, verwandelt sich die vorhin erwähnte Bild-„Anatomie" in einen „geistigen" Bildraum: Eine faszinierende Möglichkeit, die Energie der Natur und des Lebens zu visualisieren und somit der Gegenentwurf zu einer Devastierung bzw. Verödung oder auch „Entleerung“ des Bildraums. In der zeitgenössischen Kunst zeigen Werkbeispiele des im Januar 2021 verstorbenen Arik Brauer die Verwendung der malerischen Technik des Sfumato; wobei der Künstler hier nicht Konturen einer Landschaft im Hintergrund, sondern vor allem die Figuren im Vordergrund "weichgezeichnet" hat.

Von besonderer Bedeutung für mich als Landschaftsmaler ist Albrecht Altdorfer (um 1480–1538). Er hat ab 1522 erstmals in der europäischen Malerei die Landschaft – und somit auch phänomenologische Elemente – zum eigentlichen und selbständigen Bildthema gemacht. Folgerichtig sind der „Dunst", das Sfumato oder die „Atmosphäre" Bestandteil der Bildgattung „Landschaft“. Von mir selbst sind bisher 25 kleinere Arbeiten zu diesem Thema realisiert. Die großen Formate werde ich noch in Angriff nehmen. Ich stelle mir dafür im Moment Gemälde in der Größe von ca. 90 x 240 cm vor, das heißt also im Seitenverhältnis von 1/2,666. Als Künstler habe ich nicht nur meine Themen zu entwickeln, sondern auch die dafür geeigneten Formate.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal auf Leonardo da Vinci zurückkommen, Künstler und Universalgelehrter. Wieder hat er etwas als Erster erkannt, nämlich dass die Bläue der Ferne vom Element Luft abgeleitet werden kann. Er benennt dieses Phänomen „Luftperspektive“, ein anderer Begriff ist „Opaleszenz“ – thematisiert werden die spezifischen Sichtverhältnisse in der Landschaft. Nämlich erscheinen, verursacht durch Spiegelungen und die Absorption des Lichts, weiter entfernte Objekte im Raum heller oder bläulicher.

Für den Landschaftsmaler bedeutet dies, dass sich durch die Abmischung der Farbtöne in Richtung Weiß und/oder Blau Ferne erzeugen lässt, und dass in der Folge der Farbigkeit eine illusionistische Räumlichkeit entsteht. Insofern ist Luftperspektive eine Erscheinungsform der Farbperspektive. Von der Renaissance bis zum aufkommenden Impressionismus sind Farb- bzw. Luftperspektive in Allianz mit der Zentralperspektive, vorherrschend in der Darstellung. Erst der Impressionismus entwickelte Multiperspektiven und aperspektivische, gewissermaßen psychologische, Auffassungen von Raum. Speziell in der Romantik wurden diese malerischen Strategien eingesetzt, um Sehnsucht, Weite und Alleinsein mit der Natur darzustellen. Ein exemplarisches Gemälde hierfür ist das des Caspar David Friedrich von 1809, „Böhmische Landschaft mit dem Milleschauer".

Malerei Harry Meyer

Reflexionen #2

Ausstellungen

MAGIE DER FARBE - Pastose Malerei, Farbkörper, Farbräume.


Malerei Harry Meyer

Das Katalogbuch zur Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück in 2009, mit Texten von: Dr. Andreas Vohwinckel, Prof. Dr. Peter Anselm Riedel, Rüdiger Heinze, Margriet van Seumeren, André Lindhorst, Marike van der Knaap u.a.

Teilnehmende Künstler: Bram Bogart, Dieter Krieg, Jochen Schambeck, Eugene Leroy, Justus Jahn, Zebedee Jones, Matthias Lutzeyer, Erik Oldenhof, Marie Jose Robben, Werner Knaupp, Patrick Rohner, Michael Tönges, Bernd Schwarting, Rainer Splitt, Kees van Bohemen, Theo Wolvekamp u.a.

Kuratoren waren der Leiter der Kunsthalle, André Lindhorst, und der Künstlerkurator Jan de Beus.

Die Kunsthalle Osnabrück befindet sich in der gotischen früheren Klosterkirche des ehemaligen Klosters zum Heiligen Kreuz des Dominikanerordens. Die imponierende räumliche Situation auf über 1000 m2 gab der „farbigen“ Schau den optimalen Rahmen! Von mir wurden in der Kunsthalle 11 meiner Hiberna-Gemälde und vier meiner farbig gefassten Skulpturen gezeigt.

Mein Künstlerfreund Werner Knaupp und ich waren damals mit der Bahn angereist und hatten auf der viele Stunden dauernden Fahrt nach langem wieder einmal genügend Zeit, uns auszutauschen. Wir hatten uns bereits in 2001 kennengelernt und angefreundet. Seine Künstlerfreundschaften mit Gotthard Graubner, Gerhard Richter, Horst Antes oder auch mit dem Pianisten Alfred Brendel sind immer für interessante Annekdoten gut. Brendel hatte ich einmal in Werners Atelier kennengelernt – eine beeindruckende Persönlichkeit; damals ist er noch aktiv aufgetreten. Er hat sich Zeit seines Lebens für zeitgenössische Kunst interessiert und diese auch gesammelt. Er ist übrigens der erste Pianist, der Beethovens Klavierwerke komplett aufgenommen hat. Brendel ist außerdem Essayist; seine Aufsätze zu seiner Musik sind in mehreren Sammelbänden erschienen. In „Nachdenken über Musik“ beschäftigt er sich mit Beethoven, Schubert, Liszt, Busoni und mit Fragen der Interpretation dieser Komponisten.

Knaupp hatte in 2009 gerade die Entwicklung hin zu seinen riesigen schwarzen Meerbildern („Westmänner-Inseln“) abgeschlossen. Im selben Jahr erschien dann auch das vom Verlag für moderne Kunst Nürnberg aufgelegte Katalogbuch, das diesen Werkzyklus begleitete. Den einführenden Text verfasste wieder sein alter Förderer Prof. Anselm Riedl. Über das Werk von Werner haben viele bekannte Kritiker geschrieben. Riedl aber ist über Jahrzehnte wohl am tiefsten in sein Werk eingetaucht. Interessante Essays gibt es von Dr. Renate Wiehager „Im magnetischen Kräftefeld zwischen Kosmos und Nukleus" (2000), Dr. Lucius Grisebach, dem langjährigen Leiter der Nürnberger Kunsthalle („Werner Knaupp - Berge"), oder von Dr. Thomas Heyden, dem Kurator am Neuen Museum in Nürnberg „Die Perspektive der Käfer" (2014). Einer der älteren Texte, den ich besonders schätze, ist der von Franz Joseph van der Grinten „Aus der Distanz ins Zentrum. Werner Knaupps eindringliche Formensprache jenseits des Schönen" (1981). Ich hatte Werner meinen Graphikerfreund ans Herz gelegt, mit dem er dieses opulente Buchprojekt dann auch adäquat umsetzen konnte. Dieser hatte beim Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher" schon einmal den 1. Platz der Frankfurter Stiftung Buchkunst belegt. Ich wusste somit, das dieses Projekt in den besten Händen lag.

Insbesondere die drei großen (240x620 cm) vierteiligen Polyptychen „Westmännerinseln" halte ich nach wie vor für ebenso wichtig in der europäischen Kunstgeschichte wie z.B. das Bild von Kasimir Malewitsch „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund" von 1915, das im selben Jahr erstmals in der Tretjakow Galerie in Moskau ausgestellt wurde.

Eine kühne Behauptung – aber die Zeit wird zeigen ob ich richtig liege.

Malerei Harry Meyer
Malerei Harry Meyer
Malerei Harry Meyer

In dieser Schau in der Kunsthalle Osnabrück habe ich neue künstlerische Positionen kennengelernt, die mich bis heute anregen – vor allem den Karlsruher Jochen Schambeck, von dem ich schon vorher Kataloge in meiner Bibliothek hatte; dann die strengen weißen Streifenbilder von Erik Oldenhof aus Amsterdam; oder den Niederländer Jan de Beus, der die Triebkräfte der Farbe zelebriert.

Am erstaunlichsten war die Wiederbegegnung mit Justus Jahn und seinen Werken. Der Künstler ist heute leider fast vergessen. Seine denkwürdige Ausstellung hatte ich 1985 im Württembergischen Kunstverein gesehen. Er lebt heute völlig zurückgezogen im Norden von Finnland und verkauft dort Landmaschinen. Traurig aber wahr: Einer der wichtigen deutschen Maler verschwindet im Nirgendwo, weil er hier keine Möglichkeiten mehr sah.

Ein weiterer Teilnehmer war Bram Bogart, der sein Kommen angekündigt hatte, dies jedoch aus gesundheitlichen Gründen leider nicht wahrmachen konnte. Ihm bin ich in seinen späten Jahren in der Galerie Marianne Hennemann in Bonn begegnet. Marianne Hennemann hatte ich 2008 auf der Art Cologne kennengelernt, wo ich bei der Galerie Rothe aus Frankfurt vertreten war. Ab 2010 zeigte dann auch Hennemann auf der Art Cologne mehrfach meine Gemälde.

HIBERNA

Knapp 450 Jahre nach den Monatsbildern von Pieter Bruegel dem Älteren (Kunsthistorisches Museum Wien), auf denen wohl erstmals die Jahreszeiten und damit auch der Winter zum zentralen Thema abendländisch-künstlerischer Auseinandersetzung herangezogen wurden, treibt Meyer Schneeschlamm und Eiskeile weit und diagonal über die Leinwand voran. Der Horizont schwankt; inmitten eines Naturereignisses scheinen Schwerkraft, Staffelei und Maler aus dem Lot. Die Schlacht der Materie transformiert Meyer in eine Schlacht der Malmittel einerseits und in eine Schlacht der Farbwerte andererseits. Dem Aufwerfen fester und flüssiger Stoffe entspricht das Nass-in-Nass-Malen, auch das Türmen, Modellieren, ja „Kneten“ seiner Ölfarben, die Nasen bilden und Abgründe und Überhänge und Unterspülungen. Immer gewichtiger werden Meyers Bilder, und geschlossenen Auges könnte man sie – in Kenntnis ihres Inhalts – richtig aufhängen: Erdenschwere unten, Himmelsleichtigkeit oben. So nehmen Plastizität und mimetische Darstellung von Stofflichkeit bis hin zum „Materialbild“ zu – nicht aber die mimetische Natur-Darstellung durch Farbe. Denn Meyer, der schon immer starke „Falschfarben“ seinen Illusionsfarben zur Seite stellte, reizt nun neue, kühne Töne seiner Palette aus – mitunter toxisch, mitunter als „cluster“: Apricot, Türkis, Aubergine, Rosa, in Spuren sogar synthetisch-grelles Rot, Gelb, Blau. Gleichzeitig verstärkt er seinen Einsatz von Weiß als reinen und als abmischenden Ton. Damit kommen durch Reflexionen zunehmend Licht und Kontrast in seine Malerei, die – wie von innen erhellt – verstärkt kündet von Aufbau, Stuktur, Pinselduktus, spontaner und kontrollierter Mal-Emotion. Durchgestaltet, geschärft und ausbalanciert werden die Wucht und die Finesse, das Furiose und das Differenzierte. Und ins Bild gefasst wird nicht selten die Demarkationslinie zwischen Abstraktion und der Gegenständlichkeit dieser expressiven Farblandschaften.

Textauszug: Rüdiger Heinze - KatalogBuch HIBERNA erschienen 2012 (ISBN 978-3-943800-01-2)

Malerei Harry Meyer, Hiberna

reflexionen #3

Ost-West-Dialog


Malerei Harry Meyer

In einer lockeren Reihe zeigt die Bode Galerie (Nürnberg/Daegu-Korea/Frankfurt) Ausstellungen mit dem Titel "Ost West Dialog", worin koreanische Künstler in Dialog mit deutschen Künstlern treten. Eine Station dieser Ausstellungsidee war 2012 auf einer der größten asiatischen Kunstmessen KIAF (Korean International Art Fair) in Seoul, Südkorea, zu sehen. Teilnehmende Künstler waren Lee Ufan, Mun-Ho Kim, Koo Ja-Hyun, Werner Knaupp, Christopher Lehmpfuhl und Harry Meyer.

Ausstellungskonzept

Möchte man eine Verbindung zwischen fernöstlicher und abendländischer Kunst herstellen, interagieren zunächst die unterschiedlichsten Weltsichten und Haltungen. Erste Formen der Begegnung werden in der Regel beschrieben mit Begriffen wie „Annäherung“, „gegensätzliche Pole“ und „Dialog“.

In diesem Ausstellungskonzept möchten wir insbesondere den Begriff „Dialog“ herausstellen. Indem wir jeweils drei koreanische und drei deutsche künstlerische Positionen verbinden, beziehen wir uns auf das bereits geknüpfte Netzwerk zwischen diesen Positionen. Damit kann die Ausstellung eine interkulturelle Begegnung werden.

Harry Meyer behandelt in seinen Landschaftsgemälden Themen wie z. B. die Beziehungen zwischen den Welten; oder, in einer parallelen Werkgruppe, Transzendentalität oder die Menschwerdung. In der Auseinandersetzung mit diesen essentiellen Themen erweitert Harry Meyer Malerei zu einer persönlichen Haltung.

Auf ähnliche Weise behandelt der koreanische Keramiker Kim Mun-Ho natürliche Materialien und kulturelle Bräuche. Er versucht, die Einflüsse, welche die Natur auf sein Arbeitsmaterial, den Ton, nimmt, sichtbar zu machen und diese mit Zurückhaltung zu behandeln.

Auch Christopher Lehmpfuhl bezieht sich auf die Einflüsse der Natur, insbesondere auf das natürliche Licht. Indem er den impressionistischen Gedanken fortführt, legt er besonderen Wert auf die Wiedererkennbarkeit eines speziellen Ortes ausschließlich anhand der spezifischen Lichtbedingungen. Auf diesem Weg möchte er das abstrakte Phänomen „Licht“ darstellen.

Die Darstellung abstrakter Dinge ist auch ein wichtiges Thema innerhalb des Werkes von Koo Ja-Hyun. Mit einem geometrischen Formenvokabular erreicht er eine Malerei der Einfachheit; mit Hilfe der Möglichkeiten von Malerei und Graphik sucht er danach, philosophische Themen wie Harmonie oder Spiritualität darzustellen.

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Malerei Harry Meyer

Der deutsche Künstler Werner Knaupp versucht ebenso, diese Herausforderungen anzunehmen. Im Laufe seines Lebens hat er sich selbst immer wieder extremen menschlichen und natürlichen Erfahrungen ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund ließ er Kunstwerke entstehen, die die Fragen nach den Grenzen der menschlichen Existenz diskutieren.

Lee Ufan’s Arbeiten hingegen bringen die östliche und die westliche Hemisphäre von Anfang an zusammen. Auf der einen Seite ist seine Malerei traditionell verwurzelt, auf der anderen ist sie beeinflusst von den Lehren des deutschen Philosophen Martin Heidegger. Mit dem Bewusstsein, dass die Präsentation von Dingen der Realität näherkäme als die Erschaffung von Dingen, begann Lee, bereits vorhandene Objekte zu zeigen, und betonte dabei deren Qualitäten und Beziehungen zueinander. Aber im Gegensatz zu westlichem Minimalismus oder der Konzeptkunst, haben seine Arbeiten stets eine traditionelle Basis. Sein graphisches Werk und seine Malerei thematisieren abstrakte Phänomene wie Raum und Zeit.

Diese unterschiedlichen Kontexte zwischen den sechs vorgestellten Künstlern aus Fernost und dem Westen zeigen die Tatsache an, dass, trotz unterschiedlichen Bildungskanons, viele Verbindungen zwischen diesen Kulturen existieren. Es könnte möglich sein, mit dieser Ausstellung diesen interkulturellen Dialog fortzuführen.

Besonders hervorheben möchte ich die Begegnung mit dem Werk des 1936 in Südkorea geborenen Lee Ufan (이우환), auch Yi U-hwan (李禹煥) genannt, der als Maler und Bildhauer mit seinem minimalistischen Werk sowohl asiatische als auch europäische Denkansätze miteinander verbindet.

Zur Person

Lee Ufan war in den 1960er Jahren einer der zentralen Figuren der in Japan tätigen Künstlergruppe Mono-ha (jap. 物派, „Gruppe der Dinge“). Diese postulierte eine entschiedene Entwestlichung und kämpfte damit gegen die westliche Moderne in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg. In Europa wurde er mit seiner Teilnahme an der Documenta 6 in Kassel 1977 bekannt. Seit den 1970er Jahren lebt er in Paris und Tokio, wo er an der Kunsthochschule Hama auch eine Professur innehatte. In 2010 eröffnete das monographische „Lee-Ufan-Museum“ auf Naoshima (jap. 李禹煥美術館, Ri Ukan bijutsukan) in Japan. Die umfangreichste Retrospektive in Europa zeigte bisher 2019 das Centre Pompidou Metz mit dem Titel: "Lee Ufan – Inhabiting time".

Zum Werk

Sein Werk entsteht in einer gründlichen Auseinandersetzung mit europäischer Philosophie-Geschichte und dem vergleichbaren ostasiatischen philosophischen Ansatz. Sowohl US-amerikanische Minimal Art Ideen, und Land Art mit den traditionellen asiatischen Raumkonzepten, werden integriert. Seine einzelnen Werkgruppen werden von ihm kontinuierlich durch theoretische Essays erörtert. Wichtige Werkgruppen sind Relatum, From Points und From Lines, From Winds, With Winds und Correspondance.

Zitat

"Schließlich möchte ich durch die Begrenzung des Ego auf ein Minimum den Bezug zur Welt auf ein Maximum steigern. Ich bin es, der die Korrespondenzen herbeiführt, aber dass einen aus dem Werk heraus ein Unendlichkeitsgefühl anweht, das beruht auf der Kraft des leer gebliebenen Raumes. Meine Werke, hoffe ich, erscheinen auch anderen als das, was sie für mich selbst sind, halbtransparente Dinge, die stets das Unbekannte in sich einschließen."

Umfassende Informationen sind dem wunderbaren 2007 bei Steidl erschienenen Buch von Dr. Silke von Berswordt-Wallrabe "Lee Ufan - Begegnung mit dem Anderen" zu entnehmen.

Malerei Harry Meyer
Malerei Harry Meyer

Mir selbst kommt beim Betrachten seines eindringlichen Gesamtwerkes immer wieder auch eine Verbindung zur anthroposophischen Lehre des Rudolf Steiner in den Sinn. Diese Idee ist mir aufgegangen, als ich wieder einmal das 1909 erschienene Werk von Steiner "Die Geheimwissenschaft im Umriss" zur Hand nahm. Auch die philosophischen Schriften des italienischen Schriftstellers Massimo Scaligero wie "Traktat über das lebende Denken. Ein Weg zur Überwindung der abendländischen Philosophien, des Yoga und des Zen" haben meiner Meinung nach eine direkte Verbindung zum plastischen Werk von Lee Ufan. Dies wird besonders in dem 1995 in Deutschland erschienen Buch "Massimo Scaligero - Raum und Zeit" deutlich. Dieses schmale Büchlein habe ich Ende der 1990er Jahre auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt - es war mein erster Kontakt zum Denken von Scaligero. Seither lese ich immer wieder in dem nur 100 Seiten umfassenden Büchlein. Scaligero war bereits im Alter von 20 Jahren Schüler von Julius Evola, dessen Hauptthema als zumindest zwiespältig betrachtet werden muss. Mit Sicherheit war er Antisemit, und mit seiner esoterisch-metaphysischen Rassentheorie eine markante Figur der italienischen Intellektuellen Szene. Dies verwundert umso mehr, wenn man weiß, dass sich Evola nach dem Ersten Weltkrieg als futuristischer Maler und später dann als Dadaist einen Namen gemacht hatte. Anfang der 1920er Jahre beendete er seine künstlerischen Ambitionen und forschte auf den Gebieten des Okkultismus, der Mystik, Hermetik, des Hinduismus und Buddhismus. Über diese seine Studien publizierte er unzählige Bücher (z. B. sein mystisches Hauptwerk "Rivolta contro il Mondo Moderno" (Erhebung wider die moderne Welt oder Revolte gegen die moderne Welt). Trotz der Nähe zu diesem Denken sind die Schriften Scaligeros von eigenartigen (im Sinne von eigen und Art) Ideen geprägt, die er im Übrigen meisterlich-geheimnisvoll zu beschreiben vermag. Des Weiteren hat sich er von Jugend an mit dem Werk Rudolf Steiners und der anthroposophischen Lehre beschäftigt. Ostasiatische Religionen, Philosophien und deren jeweiliges westliches Pendant sind schließlich auch Inhalt der Kunstwerke von Lee Ufan und seiner theoretischen Reflexionen.

Atelierbesuch

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Zur Person

Bussmann (geb. 1933) war Leiter des Badischen Kunstvereins in Karlsruhe, wo er durch politisch-aufklärerische Ausstellungen großes Aufsehen erregte. Seine legendäre Ausstellung "Kunst und Politik" wurde von der Kunsthalle Basel übernommen. Von 1970-80 leitete er den Frankfurter Kunstverein. Dort konzipierte er die vielfach rezipierte Ausstellung "Kunst im 3. Reich - Dokumente der Unterwerfung". Diese wurde im Anschluß im Kunstverein Hamburg, in der Kunsthalle Basel und im Von der Heydt Museum in Wuppertal gezeigt. Seine Abschiedsausstellung in Frankfurt, bevor er 1980 eine Professur für zeitgenössische Kunst in Kassel antrat, war eine große Werkschau mit Man Ray.

Georg Bussmann

Georg Bussmann hatte 2011 in Aachen in der Galerie freitag 18.30 eine treffende Rede über meine Arbeit gehalten. Damals sind wir übereingekommen, dass er ein Vorwort für mich schreibt. 2016 war es dann soweit und er hat für mein Katalogbuch  "Atelier und Ausstellung" den einführenden Essay "Gestalt und Nichtgestalt" geschrieben. Diesen Essay kann man zur Gänze unter Info/Texte nachlesen. Er besuchte mich im Atelier, um sich einen Überblick zu verschaffen. Damals hatte er schon angekündigt, dass dies sein letzter Text werden würde - was ich ihm nicht glauben wollte, da ich seine Begeisterungsfähigkeit kenne.

Somit ist „Gestalt und Nichtgestalt“ wohl wirklich sein letzter Essay zur Gegenwartskunst (er hat seither nichts mehr veröffentllicht).

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reflexionen #4

Inspirationen


Maske

Abbildung: Gesichtsmaske aus meiner kleinen Sammlung von Masken.

Die erste Vermutung von mir war natürlich Grebo, wegen der Augengestaltung. Den „Enten“schnabel konnte ich allerdings nicht einordnen.

Erst nach längeren Recherchen ist es mir gelungen, die Maske zu bestimmen. Es handelt sich um eine sogenannte Familienmaske aus dem Dorf Tabou in Westafrika.

Diese wurde tatsächlich nur in einem eng umgrenzten Gebiet von zwei kleinen Dörfern hergestellt und ist dadurch recht selten, da verständlicherweise nicht viele Exemplare benötigt wurden.

Sie stammt aus dem Nachlass der Privatsammlung eines Museumsmannes aus Bremen und wurde Anfang der sechziger Jahre auf einer seiner Expeditionen direkt vor Ort von ihm erworben. Die Ausstrahlung des Originals spricht meiner Meinung nach dafür, dass sie noch im Kult verwendet wurde.

Die tatsächliche Verwendung dieses Stückes bleibt im Dunkel – wobei ich schon glücklich darüber war, überhaupt klären zu können, woher es stammt. Der Informant, der aus einer Familie mit langer Tradition von schwarzafrikanischen Händlern stammt, konnte zwar die Herkunft bestimmen, aber der exakte Verwendungszweck war auch ihm nicht bekannt. Er kannte diese Art von Maske nur deshalb, weil sein Vater ein einziges Mal in seiner langjährigen Tätigkeit ein vergleichbares Exemplar in Händen hielt. Er konnte diese vor Ort in Tabou erwerben, und mit einiger Verzögerung dann ans Musée du Quai Branly in Paris vermitteln. Ihm war die Seltenheit dieser Form von Maske bewusst, so dass er auf das Angebot eines Museums warten wollte.

Der Entenschnabel dient meines Erachtens dazu, die Stimme zu verfremden; was man in einem praktischen Versuch ganz einfach wahrnehmen kann. Ein ähnlicher Effekt lässt sich bei manchen der Masken des Kifwebe Bundes beobachten. Dort hat die röhrenartige Mundöffnung zusätzlich eine Art „Schnecke“ eingeschnitzt, so dass die Stimme weiters verzerrt wird – je nachdem, mit welcher Stimmlage man spricht oder gar ruft. Eine dieser höchst kunstvoll geschnitzten „archimedischen Schrauben“ befindet sich im Mundfortsatz einer meiner Kifwebe Masken des Volkes der Songye (auch Bassonge genannt).

Die röhrenförmig ausgebildeten Augen dienen meiner Meinung nach einem ähnlichen Zweck. Sie verbergen die Augenfarbe und erzwingen eine Art von Fokussierung auf den betrachteten Gegenstand. Dieser Fokus wird selbstverständlich auch vom Zuschauer des Rituals wahrgenommen. Auch hier ist wieder eine Entsprechung zu den dicken Augenwülsten der Kifwebe Masken und der damit einhergehenden Verschattung der Augen des Maskierten zu finden.

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Malerei Harry Meyer

Insgesamt hat diese Maske eine gewaltige Ausstrahlung und sendet eine geheimnisvolle Aura aus. In diesem Fall hat das Objekt kein unfreundliches oder gar unheimliches Charisma, sondern stellt eher eine ambivalente Figur dar, die – möglicherweise – auf gegensätzlichen Seiten in der Ausführung des Ritus eine Rolle spielen kann. Da mir die Verwendung in kultischen Handlungen sicher scheint, ist die erfolgte „Aufladung“ in diesem Stück besonders intensiv. Erstaunlicherweise verlieren sich diese Arten der Aufladung nicht mehr. Das kann man auch bei christlichen Figuren spüren. Wenn diese lange im „Gebrauch“ waren, sind sie ebenfalls mit einer starken auratischen Patina behaftet. Dieses geheimnisvolle Phänomen kann man selbst noch in den Kunstwerken der alten Ägypter wahrnehmen. Ich habe diesen Effekt immer wieder hautnah erlebt, da ich doch einige dialogische Ausstellungen mit christlichen Plastiken und Skulpturen durchgeführt habe („en face“ im Museum St. Afra in Augsburg; „Im Dialog“ im Diözesanmuseum Eichstätt; sowie eine Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Badstube in Wangen mit dem sinnreichen Titel „600 Jahre oberschwäbische Plastik im Dialog mit Harry Meyer" von der Romanik bis zum Barock – die historischen Stücke stammten aus verschiedenen Sammlungen, zum Beispiel dem Museum Biberach und der Kunstsammlung des Zweckverbands Oberschwäbische Elektrizitätswerke OEW in Ravensburg).

Als Maske gilt im Übrigen das gesamte „Kostüm“ inklusive Kleid, Kopfbedeckung, rituellen oder wirklichen Waffen, Schuhen, Bemalungen usw. Die Gesichtsmaske ist der zentrale, wichtigste Teil davon. Der Maskierte verändert seine Stimme, und seine Bewegungsabläufe sind modifiziert. In diesem spirituellen Zustand spielt er keine Rolle, vielmehr lebt er diese. In manchen Verkleidungen werden „nur“ Unterhaltungen geboten – genauso wichtig jedoch ist ihre religiöse oder soziale Bedeutung.

Durch die Maskierung verändert sich die Grenze zwischen Illusion und Realität. Aus Menschen werden Geister, Götter oder Zeremonienmeister, mit den ihnen zugeschriebenen Kompetenzen. Die Entstehung dieser „Masken“ kommt aus den Tiefen der menschlichen Geschichte. Das Bedürfnis, zu einem übergeordneten Wesen zu mutieren, war wohl schon immer ein Bedürfnis des Homo, ist also Teil der Conditio Humana. Grundlegende Aspekte dieser wurden z. B. von der Philosophin Hannah Arendt intensiv in ihrem Buch „Vita Activa“ befragt. Der streitbare französische Philosoph und Semiotiker Roland Barthes widerspricht derlei Grundbedingungen des Menschseins und bezeichnet diese als missverstandenen Mythos, gar als ein Märchen.

Malerei Harry Meyer
maske, Sammlung Meyer

Bei der sogenannten „afrikanischen Kunst“ handelt es sich hauptsächlich um nicht-materielle, oder zumindest um komplex materielle, kulturelle Ausdrucksformen oder Kunstwerke von animistischen Vorstellungen über die Welt, denen unser westliches Verständnis nur schwer beikommt. Eine rein ästhetische Betrachtung, die weit verbreitet ist, wäre hier sicher falsch. Die exotische Aura mit ihrer abstrahierenden Formensprache verleitet natürlich dazu. Diese Aura war es auch, welche die Künstler der klassischen Moderne inspirierte. In den Sammlungen von Picasso, André Breton, Brâncuși usw. waren verblüffend viele Objekte der alten Animisten aus Afrika vertreten.

Begriffe wie Primitivismus, „art nègre“ oder gar die berüchtigte Bezeichnung „Negerplastik“ von Carl Einstein lassen sich auf diese wunderbaren Produkte einer Jahrtausende alten, hoch differenzierten Kultur nicht anwenden. Sicher ist, dass eine „kulturneutrale“ Betrachtung für diese Artefakte nicht möglich ist. Wir können uns nur ihrer jeweiligen Ausstrahlung überlassen und versuchen, eine „Inspiration“ daraus zu gewinnen.

Wichtige Zentren der traditionellen Stammes-Kunst sind in Mali der Stamm der Dogon und Banama, in Burkina Faso die Bobo und Mossi, in Gabun die Fang, Kota und Kwele, und in der Demokratischen Republik Kongo (das frühere Zaire) die Luba, Songye, Lega und Kuba. Hinzu kommen die Chokwe aus Angola sowie die Senufo, Dan und Baule in der Elfenbeinküste.

Insbesondere die Objekte der alten Nok Kultur (ca. 500 v. Chr.) in Nigeria, oder auch die sogenannten Benin-Bronzen, üben einen besonderen Reiz auf Geist und Auge aus. Diese Bronzen gelten als Raubgut aus einer hauptsächlich britischen Strafexpedition von 1897.

Das alte Königreich in Benin, das seine Blütezeit vom fünfzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert erlebte, ist durch seine Messinggüsse und durch die jetzt kontrovers diskutierten Eigentumsverhältnisse an den Benin-Bronzen in deutschem Museumsbesitz im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Werke aus dem Palast des ehemaligen Königreichs Benin sollen im Berliner Humboldt-Forum ausgestellt werden. Die Hauptleihgeber sind das Linden-Museum in Stuttgart, das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, sowie die Völkerkundemuseen in Dresden und Leipzig. Wichtige Stücke finden sich auch im Ethnologischen Museum in Berlin.

Malerei Harry Meyer
maske, Sammlung Meyer

Wie die meisten erfolgreichen Staaten war auch das Königreich Benin ein – man würde heute sagen – Raubtierstaat schlimmster Prägung. Viele Jahrhunderte plünderte es sämtliche Nachbarn, war Geschäftspartner der Portugiesen beim frühen Sklavenhandel und opferte in grausamen Ritualen Verurteilte und Kriegsgefangene.

In seinem 1968 erschienenen Roman „Das Gebot der Gewalt“ berichtet uns Yambo Ouologuem (1940-2017) aus achthundert Jahren afrikanischer Geschichte: der Geschichte der Gewalt, der schwarzen Magie und des Krieges des fiktiven Reiches Nakem. Er wurde dafür als erster Afrikaner mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet. Weitere Schriften von ihm sind u. a. „Lettre à la France nègre“ und „Les mille et une bibles du sexe“. Leider wurden diese nie übersetzt, so dass es mir mangels Sprachkenntnis nicht möglich ist, sie ebenfalls zu lesen.

 

Einzelausstellung, Galerie Bode, Nürnberg

 

ausstellungsansicht, Galerie Bode, NürnbergAusstellungsansicht, Harry Meyer, Kinesis, Galerie Bode, Nürnberg

Kinesis – Die Wesenheit der Bewegung

„Mit meinem Blau male ich Sterne … Aus gleichem Stoff … alles … verwandelt … in Licht in Finsternis …“ (Rose Ausländer)

„Kinesis“ nennt Harry Meyer seine jüngsten, seit 2020 entstandenen Ölgemälde – ein Terminus, der nicht auf Anhieb geläufig sein mag. Was also bedeutet „Kinesis“? Der Begriff stammt aus dem Alt-Griechischen und heißt „Bewegung“; philosophiehistorisch ist er hauptsächlich im Bezugsrahmen der aristotelischen Physik und Metaphysik sowie deren Auslegung verortet. Der Beweis für die Bewegung als solche wird durch deren Wahrnehmung erbracht – ganz einfach: es gibt sie, als Phänomen. Weit weniger klar ist, was sie eigentlich „ist“ – im aristotelischen Sinne definiert ist Bewegung insbesondere diejenige, welche als eine Veränderung von Form und Stoff gefasst wird. Bewegt oder verändert werden Substanzen, Quantitäten, Qualitäten und der Ort.

Bewegen und „bewegt werden“; verändert „werden“; aktiv und passiv – Komplexität scheint auf, simple Erklärungsmuster – offensichtlich Fehlanzeige.

Der Betrachter wendet sich, Antwort erheischend, an Harry Meyers Bilder. Zunächst jedoch tauchen noch mehr Fragen auf, allen voran: Warum ist alle Bewegung blau?

Das Blau ist die häufigste Farbe, es beherrscht die Gemälde in all seinen Tönungen und Schattierungen: blauschwarz, blaugrau, blaugrün, blaugolden, hellblau, dunkelblau. Die beiden letztgenannten Bezeichnungen sind wichtig, indem sie mit „hell“ bzw. „dunkel“ auf das „Licht“ verweisen, welches einen wesentlichen Bestimmungsfaktor der Kunst Harry Meyers ausmacht. Das Licht spielt mit und auf seinen Farbflächen, schattiert, modelliert, formt – genau: Bewegung! Die Vertiefung der Bildbetrachtung – wobei die Konnotation der „Tiefe“ hier keineswegs willkürlich ist – führt die Gedanken über das „bewegte Blau“ zu denjenigen Phänomenen der Natur, die am eindrücklichsten mit Blau in Verbindung stehen (und im Übrigen seit Anbeginn seines künstlerischen Schaffens Gegenstand der Auseinandersetzung Harry Meyers mit der Phänomenologie der Natur sind): Wasser, Meer, Himmel. Die Mannigfaltigkeit möglicher Bewegung und Bewegungsarten überwältigt. Erkennbar werden Strömungen, Wirbel, Strudel, Turbulenzen; es strömt, fließt und strahlt mit geballter Energie und Kraft – und dies gilt gleichermaßen für das Wasser wie für das Licht. „Kinesis“ eröffnet Einsichten und innere Bedeutungs-Zusammenhänge: Licht-Strahl und Wasser-Strahl; strömendes Wasser und Licht, das sich im Verströmen seiner selbst zeigt; Wasser-Wirbel und Wirbel-Sturm, aber auch ein Lichter-Meer und Lichtreflexionen im Wasser – „Kinesis“ bewegt den Betrachter, hält Sinne und Geist buchstäblich „am Laufen“.

Und genau hier und jetzt ist Einhalt zu gebieten – dem Lauf, der immer weiter geht, potentiell immer schneller wird, zu schnell möglicherweise, und infolgedessen nicht mehr kontrollierbar, nicht mehr berechenbar ist.

Von Wirbeln und Turbulenzen war vorhin die Rede; man denkt an ein vom rasenden Sturm aufgewühltes Meer, Wellenberge türmen sich, Konturen und Begrenzungen lösen sich auf. Auch wenn der den tobenden Elementen, der Bewegung in ihrer quasi maßlosen Übersteigerung, ausgesetzte Mensch vernünftigerweise weiß, dass dies ein zeitlich begrenztes Phänomen ist und ein Ende nehmen wird, so ergreift ihn dennoch im akuten Geschehen, im Ereignis der äußeren Turbulenz, eine ebensolche innere, ein Aufruhr der Seele, eine Unruhe, die ihr Gegenteil erstrebt. Ein bestimmter Bestandteil der Geistesgeschichte der „Kinesis“ wird bedeutsam: Am Beginn des Denkens findet sich, neben anderem, eine Betrachtung aller Dinge hinsichtlich des Zustandes ihrer Bewegung bzw. Bewegtheit, gefasst in die Zweiheit von Bewegung und Ruhe, wobei das eine jeweils die Abwesenheit des Anderen bedeutet und umgekehrt. Die aristotelische Philosophie, in ihrer Auseinandersetzung mit der „Kinesis“ und ihrem Gegenteil, dem Stillstand („Stasis“), kommt zu der Erkenntnis, dass – vereinfacht zusammengefasst – beide zwar Gegensätze seien, aber nur gemeinsam als Ursprung der Natur gelten könnten und in ihrem Zusammenwirken essentiell bestimmten, was Natur von allen Artefakten unterscheide: Natur wandelt sich, Artefakte werden von äußeren Einwirkungen verändert. Anders formuliert: was sich bewegt, zur Ruhe kommt, und erneut aus sich selbst heraus in Bewegung überzugehen vermag, lebt. Und weder eine ununterbrochene Bewegung, die zum Selbstzweck zu werden droht, noch ein passiver, seine Möglichkeiten ungenutzt lassender Stillstand, sind ideal. Das Dasein muss und kann sich nur im Wandel der Zustände von Bewegung und Nichtbewegung vollständig realisieren.

Wurde vorhin festgestellt, dass das „wildbewegte Blau“ die „Kinesis“-Gemälde von Harry Meyer dominiert, so bestätigt uns der Künstler die oben angeführte Erkenntnis zum Wechsel und Kreislauf von „Kinesis“ und „Stasis“, gerade indem er eine Ausnahme macht: weiße „Kinesis“. Natürlich denkt der Betrachter zuerst an Schnee und Eis, an Wind und Sturm, an Verwehungen und ihre verkrusteten Strukturen, gefrorene und angehaltene „Kinesis“. Es gibt jedoch eine weitere mögliche Sichtweise: die weiße „Kinesis“ kann für die Meerwasser-Saline stehen. Das konzentrierte „weiße Gold“ des Meeres, kristallin verfestigt, und in dieser Gestalt der ultimative Gegensatz zur permanent bewegten Wasseroberfläche, dem Wellengang mit seinem Rauschen und Toben. Das Meer erscheint geradezu versteinert, zur Erstarrung gebracht, seine Bewegung im Moment äußerster Intensität festgezurrt – wenn auch nur auf einem begrenzten und fest umrissenen Terrain. Die Salinen-Bauern, welche es vorziehen, Salz-Gärtner genannt zu werden und ihre Arbeitsstätten als Salzgärten bezeichnen, kultivieren das Meersalz und bauen es ab. Sie tun dies sorgsam, bedächtig und langsam, voller Achtung und Respekt vor der Materialität des „weißen Goldes“ aus dem Meer. „Kinesis“ und „Stasis“ – Dualismus, keine Gegnerschaft.

Harry Meyers „Kinesis“-Gemälde wurden im Verlaufe der vorliegenden Erörterung vornehmlich unter Zuhilfenahme von Begrifflichkeiten aus der antiken Philosophie beschrieben. Nun ist es wohl so, dass die „Welterklärungen“ der „alten Weltweisen“, wie sie des Öfteren genannt zu werden pflegen, mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften nicht mehr ohne Weiteres oder vollständig in Einklang zu bringen sind. Ist das niemandem aufgefallen? Hat man es einfach vergessen? Abgesehen davon, dass eine Art natürlicher Scheu davon abhält, solche Erkenntnisse auch nur als überholt, und schon gar nicht als falsch, zu bezeichnen – die Frage ist obsolet. Was die „alten“ Philosophen erforscht und erkannt haben, ist für uns bedeutsam, weil es uns auffängt, trägt und festhält – in einer Welt, die uns vielfach als aus den Fugen geraten begegnet. Dasselbe erfahren die Betrachter mit Harry Meyers Gemälden. Der Künstler setzt Bewegung, geistige Strömungen, in Bilder um, deren Farben, allen voran das Blau, eben diese Bewegung – wie auch ihr Gegenstück – vergegenständlichen. Die Farbe ereignet sich auf dem Bild. Harry Meyer verspricht das Blaue vom Himmel herunter und hält sein Versprechen – wahrhaftig.

Brigitte Herpich M.A.

Literatur:
Kreuzer, Johann, Artikel „Licht“, in: Konersmann, Ralf (Hrsg.), Wörterbuch der philosophischen Metaphern, 2. Unveränderte Auflage, Darmstadt 2008, S. 207-224
Westphal, Kristin, Artikel „Bewegung“, in: Günzel, Stephan (Hrsg.), Lexikon der Raumphilosophie. Unter Mitarbeit von Franziska Kümmerling, Darmstadt 2012, S. 54, 55
Artikel „Farbe“, in: Zedler, Johann Heinrich, Großes Vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Band 9, Leipzig und Halle 1735, Spalten 223-245

 

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Begegnungen - Hans Josephsohn
von Harry Meyer

Die erste Begegnung mit dem Werk von Hans Josephsohn hatte ich bei einem Freund, der einige kleine Plastiken und Bleistift Zeichnungen von ihm besaß. Die Ausstrahlung und die Machart der Bozzetti (skulpturale Skizzen) nahmen mich sofort gefangen. Josephsohn (Jahrgang 1920) war mir bis dahin völlig unbekannt gewesen, obwohl er bereits in 1946 und 1955 bei Ausstellungen im Helmhaus in Zürich beteiligt war und dort 1964 von René Wehrli auch mit einer Einzelausstellung gezeigt wurde. Im Jahr 1965 konnte er bereits eine Doppelausstellung mit Gustav Stettler in der Kunsthalle Basel präsentieren. Dennoch blieb er der großen Öffentlichkeit außerhalb der Schweizer Kunstszene komplett unbekannt. Auch Ausstellungsbeteiligungen in der Zürcher Galerie Lelong und in der Galerie Bob van Orsouw in Zürich zur Jahrtausendwende konnten daran nichts Wesentliches ändern.

Bei einem meiner Besuche in seinem Zürcher Studio erzählte er mir, dass auch dem Documenta Macher Harald Szeemann (der auf die Empfehlung der Galerie Rolf Ricke 1972 zum jüngsten Leiter der Documenta 5 „Befragung der Realität – Bildwelten heute“) bestellt wurde, sein bildnerischer Kosmos verschlossen blieb und er ihn nicht in den von ihm kuratierten Ausstellungen zeigte. Dies verwundert umso mehr, da Szeemann ja eigentlich als sehr aufgeschlossen galt. Vielleicht liegt eine Erklärung darin, dass Josephsohn seine Kunst aus der traditionellen klassischen Bildhauerei heraus entwickelte, die er durch einen zum Teil jahrzehntelangen Prozess über Zeit und Gedankenbrücken hinweg zu seiner Form vollendete, und dadurch als traditionell-klassischer Bildhauer gelten muss – anders als z. B. Giacometti, dessen Werk aus der Avantgarde der Pariser Kunstszene erklärbar ist. Durch diesen evolutionären Entwicklungsprozess hat Josephsohn gewissermaßen die Moderne übersprungen (ähnliches tat im Übrigen auch Wilhelm Uhlig in Bayern – dies wurde mir allerdings erst klar, als ich eine große Einzelausstellung von Uhlig in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München sah).

Josephsohn hat mir ca. 2003 berichtet, dass es „Liegende“ gebe, die er ungefähr 1960 begonnen hat. Die Plastiken begleiteten ihn im Grunde ein ganzes reifes Künstlerleben lang und wurden immer wieder den neuen Überlegungen angepasst. In dieser Tatsache liegt sicher begründet, dass mancher Kunstsachverständige, der ja auf der Suche nach der Spitze des zeitgenössischen Schaffens war, Josephsohn nicht richtig einzuordnen wusste. Gerade durch dieses „Überspringen“ der Moderne ist es möglich, einen allgemeingültigen Ansatz zu bewerkstelligen, welcher sich vollkommen neu denkt und somit wohl wiederum zu einer Art Avantgarde wird: Ein künstlerischer Schritt, den nur wenige gingen – und überhaupt gehen könnten. Meist waren dies Persönlichkeiten, die ein mehr oder weniger einsames Künstlerdasein führten, wie dies eben auch Josephsohn lebte. Seit Anfang der neunziger Jahre bereits gibt es ein eigenes kleines Museum im Tessin, La Congiunta, das der Architekt Peter Märkli und seine Mitstreiter für Josephsohns Werk gebaut haben. Seither kann man La Congiunta besuchen, wenn man vorher den Schlüssel in der Osteria in Giornico abholt …. da war man dann immer alleine mit seiner plastischen Welt – in Zwiesprache versunken. Auch im Kesselhaus der Gießerei Felix Lehner in St. Gallen sind seit ca. 2004 Werke von ihm öffentlich zugänglich.

Im selben Jahr (2003), in welchem er den Kunstpreis der Stadt Zürich erhielt, wurde Josephsohn im „Museum Ostdeutsche Galerie“ in Regensburg gezeigt – ein Museum, in dem ich in meiner Jugend meine ersten Begegnungen insbesondere mit den Bildern von Lovis Corinth, Max Klinger, Max Beckmann oder Anselm Kiefer hatte. Auch habe ich dort die erste Rauminstallation von Dan Flavin im Original erlebt: Eine Hommage an den Bildhauer Otto Freundlich.

Den Raum für Sonderausstellungen im „Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg“ (so der heutige Name) betritt man durch eine zweiflügelige Glastür, durch die hindurch man den ganzen Raum überblicken kann. Meine erste Empfindung war, dass ich an diesem Ort physisch wohl keinen Platz mehr finden würde, da die Halle voll war mit dieser vibrierenden Energie aus geronnener Zeit, angefüllt mit der Aura der ausgestellten Werke (ein vergleichbarer Fall liegt z. B. bei Eugène Leroy vor, oder bei den späten Acrylbildern von Werner Knaupp). Dieser Aspekt, „Zeit“, ist einer der Grundpfeiler, die meinen Zugang zum Werk von Josephsohn für mich ausmachen. Ein körperliches Empfinden, das ich während der gesamten Dauer meines ersten Ausstellungsbesuchs verspürte.

Mit der Überzeugung, dass Hans Josephsohn einer der wichtigsten Vertreter seiner Generation in der Bildhauerei Europas sei (wie Alberto Giacometti, Emil Cimiotti, Hans Arp, Wilhelm Lehmbruck, Aristide Maillol oder Henri Moore), bin ich an jenem Tag von Regenburg wieder zurück nach Augsburg gefahren. Einen zweiten Besuch der Ausstellung unternahm ich zusammen mit dem evangelischen Pfarrer der Darmstädter Stadtkirche, Martin Schneider. Er hatte in seiner Kirche eine Ausstellungsreihe mit Bildhauern der Gegenwart initiiert, und dort habe ich einige der wichtigsten figurativen Bildhauer gesehen, wie z. B. Michael Croissant, Rolf Szymanski, Joannis Avramidis, Dietrich Klinge, Magdalena Abakanowicz, Eric Fischl, Per Kirkeby, Jaume Plensa, David Nash, oder Eckhard Kremers. Und im Rahmen dieser Reihe war Josephsohn der Nächste.

Mit dem damaligen Direktor in Regensburg, Dr. Pavel Liška, und Martin Schneider war schnell der Entschluss gefasst, einen gemeinsamen Katalog zu erstellen, der die Ausstellungen im Kunstforum Ostdeutsche Galerie und in der Stadtkirche in Darmstadt dokumentieren sollte. Da dieses Katalogprojekt mein Vorschlag gewesen war, habe ich dann auch die Erstellung des Ausstellungsbuches übernommen, das in 2004 erschien, mit Texten von Pavel Liška, Martin Schneider und Brigitte Herpich („JOSEPHSOHN - Zwei Ausstellungen“; ISBN 3-93543-29-X). Damals waren noch nicht viele Publikationen zu Josephsohn erschienen; diese Lücke wollten wir füllen und ihm damit eine Hommage für sein Lebenswerk an die Hand geben.

Im selben Jahr 2004 hat dann bereits die Peter Blum Gallery in New York seine Bronzen gezeigt. Heute wird sein Werk von den Galerien Felix Lehner und Hauser und Wirth vertreten, und es gibt eine relativ große Anzahl von Veröffentlichungen über ihn und seine Plastiken. In den darauffolgenden Jahren habe ich Josephsohn verschiedentlich in seinem Atelier in Zürich besucht, oder ihn bei unserem gemeinsamen Freund Martin Schneider in Darmstadt getroffen. Er hatte seit den 1960er Jahren mitten in Zürich sein Atelier, in dem er bis ins hohe Alter seine Tage mit der Arbeit an seinen Plastiken verbrachte. In dem kleinen Ateliergarten waren in diesen Jahren alle seine Werke, die damals noch nicht gegossen waren, in Gips zu sehen.

Die Güsse, denen ich dort noch als fragiles Gips-Modell begegnet war, sehe ich heute in Museen oder Ausstellungen wie dem MMK Museum Moderner Kunst in Frankfurt, wo Josephsohn von Udo Kittelmann gezeigt wurde, im Diözesanmuseum Kolumba in Köln, im Palais de Tokyo in Paris, in der Parasol Unit Foundation for Contemporary Art in London oder auf der Biennale in Venedig. Auch der damalige Direktor Rudi Fuchs zeigte Josephsohn aufgrund eines Hinweises von Günther Förg bereits in 2002 im Stedelijk Museum in Amsterdam. Dies war wohl der Anfang seiner späten Künstlerkarriere. Seither ist sein Werk in zahlreichen öffentlichen Institutionen gezeigt worden, wie dem Museum Liner in Appenzell, dem Modern Art Museum in Oxford, dem Yorkshire Sculpture Park in Wakefield, dem Hamburger Bahnhof in Berlin, und dem Lehmbruck Museum in Duisburg – um nur eine kleine Auswahl institutioneller Ausstellungen aufzuführen.

Seit auf der Armory Show 2009 in New York die Galerie Hauser und Wirth eine Einzelausstellung mit Josephsohns Kunst präsentiert hat, wird sein bildnerischer Beitrag zur Geschichte der Plastik weltweit wahrgenommen. In den darauffolgenden Jahren haben weltweit mehrere Galerien (wie die Gladstone Gallery in New York, die Galerie Laurent Godin in Paris, die Tomio Koyama Gallery in Tokio und Kyoto, und die Gallery Gavin Brown in New York, seine Werke gezeigt).

Atelierbesuch/Arbeitsweise

Eines der aussagekräftigsten Dokumente, die es über Josephsohn gibt, ist der Film von Peter Münger „Hans Josephsohn, Bildhauer“ von 1996/1997. Münger porträtierte im Übrigen auch in einem filmischen Beitrag von 1985/1991 Josephsohns Lehrer, Otto Müller. Zu der Feststellung, dass seine Künstlerkarriere im Grunde erst mit über 80 Jahren begann, kommentiert er, dass ihm eine frühere Wahrnehmung – und die daraus folgende Anerkennung – wohl zu Kopf gestiegen wären – da sei er „eigentlich der Typ dafür“. Aber in seinem (d. h. jetzigen) Alter, fügt er hinzu, sei er froh, noch jeden Tag in seinem Atelier sein zu dürfen.

Bei einem Atelierbesuch bei Josephsohn kam ich mit dem Auto aus Freiburg gefahren. Dort hatte ich gerade mit einem meiner Galeristen das Projekt einer Doppelausstellung auf der ART Karlsruhe besprochen, zu der auch ein kleiner Katalog erscheinen sollte: „Zwei Maler - Artur Stoll und Harry Meyer“. Ich kam ein wenig zu spät, und Josephsohn begrüßte mich mit Gips an den Händen, da er anscheinend die Wartezeit mit Arbeit überbrückt hatte. Ich hatte mich schon immer gefragt, wie sich manche der Strukturen in seinen Bronzen erklären ließen. In diesem Moment wurde mir sofort klar, dass diese fließenden Bewegungen im Gips, welche dann in Bronze abgebildet werden, nur mit dem Auftrag durch die bloßen Hände zu erklären sind. Ich habe ihn natürlich sofort darauf angesprochen – daraufhin zeigte er mir eine Weile, wie er beim Modellieren vorgeht.

Das Modellieren mit dem Spachtel bzw. mit der Hand erzeugt zwei höchst unterschiedliche Strukturen: Die Hand trägt in einer Art von sensibler Berührung den Gips auf, um vorhandene Strukturen zu überdecken und gleichzeitig diese in der Grundform zu erhalten und neu zu umschreiben, oder aber um dieser Grundform eine neue Richtung und Form zu geben. Josephsohn hatte auch eine Art von vorgefertigten Gipsplatten vorrätig, die er dann, mit Gips bestrichen, zum Aufbau von Volumen nutzte. Diese Platten dienten auch dazu, Plastiken, die im Entstehen waren, weiter zu entwickeln. Er zeigte mir, wenn man diese mit Gips angehefteten Platten (diese waren vielleicht Handteller groß, also ca. 12 x 18 cm, aber auch große mit vielleicht 40 x 100 cm kamen zum Einsatz) im trockenen oder halbtrockenen Zustand wieder mit einem Gipser Beil abschlug, dass sich durch diesen Prozess eine ganz eigene Struktur ergab. Eine Struktur, die auch davon „gesteuert“ wird, wie der Bildhauer die Gipsplatten mit Gips einstreicht, um sie dann anschließend anzuheften. Sein Arbeitsprozess wird immer von einer „Vorstellung“, einer Vision, bestimmt, die sich langsam, in Interaktion mit dem Prozess, entwickelt.

Ich meine, dass durch diese Arbeitsweise ein wenig das Unkalkulierbare ins Spiel kommt, das nicht Planbare, das sich von der ursprünglichen Idee oder Vorstellung wieder entfernt hat. Da spielen mannigfaltige Dinge plötzlich eine Rolle: Die Gestimmtheit des Künstlers beim Nachempfinden der Form, wenn er mit der bloßen Hand diese neu beschreibt. Oder auch der Plattenauftrag, welcher in Form und Größe nie gleich ist (es standen Platten in verschiedenen Ausmaßen zur Verfügung; manche waren ein wenig konvex, andere wieder konkav, die meisten geometrisch gerade und vermutlich in Formen gegossen – leider habe ich ihn dazu nie befragt). Beim Abschlagen entstehen Strukturen, die zwar vom Künstler gemeint sind, aber nicht bis ins letzte Detail „gewollt“. Diese werden nicht stehen gelassen, sondern in einem nächsten Schritt wiederum mit der Gips-Hand nachgeformt. In diesem – immer wiederholten – Vorgehen, darf sich die Form um jeweils ein weniges ändern, was einem gewissermaßen evolutionären, Vorgang gleichkommt. Ich vermute, dies ist eine ganz wesentliche Aneignung, da Josephsohn immer vom realen Modell ausging. Um davon eine Plastik entstehen zu lassen, ist eine Strategie notwendig, um zu einer Geltungskraft zu gelangen, die nichtsdestoweniger Anlass und Ursache – das Modell und die Person – in sich trägt und von innen heraus darstellt.

So geheimnisvoll diese Werke Josephsohns auf den ersten Blick wirken, so sehr sind sie doch in ihrer Erscheinungsform von seinem ureigenen Annäherungsprozess her zu erklären und von diesem bestimmt. Diese seine Arbeitsweise ist recht gut auf dem auf you tube veröffentlichten Film „Sculptor Josephsohn“ zu sehen, der den Künstler in seinem Atelier bei der Arbeit zeigt.

Anläuten

Telefonate mit Josephsohn sind wunderbar beschrieben in dem Text „Anläuten“ von Martin Schneider in dem von ihm und mir 2004 herausgegebenen Katalog „JOSEPHSOHN - Zwei Ausstellungen“. Bei Telefonaten mit ihm ist mir von Anfang an aufgefallen, dass es mir – hätte ich es nicht gekannt – nicht möglich gewesen wäre, sein biologisches Alter zu benennen, wenn ich ihm so zuhörte. Es war immer eine Unterhaltung wie unter gleichaltrigen Gesprächspartnern. Weder von seiner Stimmlage noch von seinem Redefluss her hätte ich einen Anhaltspunkt in dieser Richtung gehabt, da er so gut wie nie – wie ältere Menschen das häufiger tun – von „früher“, sprach, sondern meist von der Gegenwart, oder aber er erzählte von Plänen und Vorhaben, die er noch beabsichtigte, umzusetzen. Dies ist nur eines der wunderbaren Details, die mir gezeigt haben, mit welch außergewöhnlichem Menschen ich es zu tun hatte.

Als wir zum ersten Mal bei ihm zu Hause waren, um ein Abendessen einzunehmen, ist mir schnell die Abwesenheit von Raumschmuck aufgefallen. Es waren in der gesamten Wohnung nur ganz wenige Zeichnungen an den Wänden, und – in meiner Erinnerung – nur eine einzige seiner „Kopf“ Plastiken zu sehen. Auf meine Frage hin, ob er gar nichts an Plastiken oder Bildern von Freunden in der Wohnung habe, sagte er „Doch, doch, ich habe Bilder von Freunden, die ich bei Bedarf hervorhole, um sie mir zu betrachten.“ Nach dem Essen holte er auch einige dieser Kunstwerke aus einem angrenzenden Zimmer, um sie mir zu zeigen. Da keine Nägel in den Wänden waren, wurden die Werke rund um uns herum auf den Boden gestellt und nach der Betrachtung wieder verräumt. Eine Methode, die er immer so angewandt hat, um in seiner Wohnung diese einzigartige Form der Stille herzustellen.

WANDEL - WANDLUNG

Februar 2021 bis Oktober 2021
zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Domschatz- und Diözesanmuseum
Leonrodplatz 4, 85072 Eichstätt

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Johann-Georg Fischer Kunstpreis der Stadt Marktoberdorf 2020

 

schwandorf 3x2Kopf II, 1998-2020, Öl, Kasein auf Leinwand, 20 x 18 cm

Harry Meyer wird mit dem  Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis 2020 ausgezeichnet

Künstlerhaus Marktoberdorf
Ausstellungsdauer: 28.10. - 10.01.2021


Johann-Georg Fischer Kunstpreis der Stadt Marktoberdorf 2020

Im Oktober 2020 wurde mein kleinformatiges Bild „KOPF“ – entstanden 1998/2020, 20 x 18 cm, Öl / Kasein auf Leinwand – mit dem Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis der Stadt Marktoberdorf ausgezeichnet. Es handelt sich hierbei um einen Kunstpreis, der bereits seit 1978 in regelmäßigen Abständen von der Stadt Marktoberdorf vergeben wird; als Erinnerung an den berühmten Rokoko-Baumeister und Sohn der Stadt.

 

Laudatio von Maya Heckelmann M. A., Direktorin des Künstlerhauses Marktoberdorf - Museum für zeitgenössische Kunst

Den diesjährigen Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis der Stadt Marktoberdorf erhält HarryMeyer aus Stadtbergen für sein Gemälde„Kopf II“ 1998-2020, Öl, Kasein auf Leinwand, 20 x 18 cm. Harry Meyers Bilder sind eine Manifestation materialisierter Farbe und zugleich vollkommen transitorisch. Aus einem Konglomerat wulstartiger Farbaufträge schält sich ein Kopf, der sich unter dem Blick des Betrachters weiter zu entwickeln scheint. Die Köpfe bilden sich quasi eigenständig aus dem Farbauftrag und entwickeln sich zu Gebilden. Es sind keine Abbilder, sondern sie generieren sich rein aus der Farbe, die durch den direkten Auftrag zur Form selbst wird. Es sind expressive Bilder, die eine Urkraft, eine nur dem Bild selbst innewohnende Energie heraufzubeschwören scheinen. Wir können mit den Augen die Furchen und Spuren verfolgen, die derPinsel hinterlassen hat und die der Farbe unendliche Möglichkeiten eröffnen,durch Licht und Reflektion die ihr eigene Qualität zu zeigen. Vor unseren Augen entfaltet sich eine Eigendynamik, die ihre Unmittelbarkeitbewahrt und dem Betrachter das stete Werden und Vergehen aller Dinge bewußtwerden lässt. Anlässlich der Überreichung des Helen –Abbott –Förderpreises im Jahre 2001 stellte Meyer im Hinblick auf seine Landschaftsgemälde fest: „Die meinen Bildern zugrundegelegte Intention ist jedoch nicht die Imitation einer erschauten Wirklichkeit, sondern die konsequente Wegführung von dort zu einer - Akzentuierung des rein Wesentlichen, zu einer Sichtbarmachung naturhafter energetischer Prozesse, letztendlich zu einer Sichtbarmachung der Idee des Lebens selbst.« (H.M.) Meyers Köpfe sind Köpfe, keine Gesichter, aus diesem Grund markieren sie das Flüchtige eines Augenblicks, wo wir Gesichtern begegnen, ohne dass sich deren Eigenheiten konkretisieren. Wer kann sich schon an die Menschen erinnern, die gemeinsam mit uns an der Supermarktkasse warten oder die vielen Gesichter, die uns in belebten Straßen entgegen kommen, für einen kurzen Moment aufleuchten und sich dann wieder in der Menge verlieren? Wir erinnern uns an Gesichter, wenn sie sich an Ereignisse koppeln -und dieses kleine Bild ist ein Ereignis–ein malerisches Ereignis. Deshalb wird dieser Kopf zu einer Seherfahrung. Ohne dass uns der Maler individuelleGesichtszüge anbietet, öffnen seine Köpfe uns den Blick in die Tiefen des Urmenschlichen und sind zugleich abstrakter Ausdruck eines malerischen Experimentierfeldes. Farbe gestaltet sich erst im Zusammenwirken mit anderen Farben. In den Werken Meyersbehauptet sie immer ihre Authentizität. Während wir nach dem Wesen des Bildes forschen und uns über seine Form Gedanken machen, ist es eigentlich reine Farbe, die nichtsbeschreibt und nichts darstellt. Dieser kleine Kopf wird durch hautfarbene Wirbel bestimmt, die mit klarem Orange, Rot und Blau und ein wenig Grün kontrastiert werden. Leonardo da Vinci hat durch Beobachtungen und vermutlich auch durch die Kenntnisse altniederländischer Kunst in einem seiner Traktate festgehalten, das sein dunklerHintergrund die Farbe nach vorne treten lässt und Gesichter so besonders plastisch wirken.

Harry Meyer hat diesen Effekt durch die reliefartig aufgetragenen Farbtöne verstärkt.Sie treffen aufeinander, vermischen sich, bilden fast schon eruptive Verwerfungen und behalten dennoch ihre Eigenständigkeit. Für den Künstler ist genau dieses Zusammenwirken der Farbmaterie und die unterschiedlichen Wirkungen, die sich durch deren verschiedene Kombinationen erzielen lassen, sein künstlerisches Interesse. Er hat nach einer handwerklichen Ausbildung zunächst Architektur studiert. Vielleichtleugnen aus diesem Grund seine Bilder niemals ihren handwerklichen Ursprung. Sie sind grundsätzlich tektonisch aufgebaut, aber zugleich organisch und beschwören die energetischen Kräfte der Natur. Ab 1993 widmet sich Meyer ganz der Malerei und bildet sich unter anderem während eines Meisterkurses bei dem amerikanischen Maler und Assemblagekünstler Frank Stella weiter - auch Stellas Werke bewegen sich gerne zwischen Malerei und Objektkunst. Die stets in Serien oder Tableaus gearbeiteten „Köpfe“ beginnt Meyer 1992. In den Jahren 1993 und 1998 entstehen Tableaus von jeweils 16 Köpfen, von 1995 bis 2001 weitere Serien. Das 1998 entstandene Tableau hat Meyer in einer 36-stündigen Tag-und Nachtarbeit auf einmal erstellt. Es sind Arbeiten, die höchst konzentriert entstehen. Er arbeitet grundsätzlich sehr zügig. Denn es muss schnell gearbeitet werden, will er die Unmittelbarkeit erhalten, die entsteht, wenn er Öl und Kasein miteinander auf Leinwand aufträgt. Unser Kopf stammt aus der Serie von 1998 und wurde 2020 überarbeitet. Harry Meyer thematisiert in seinem „Kopf II“ die vermeintlich führende Stellung der Malerei und negiert sie gleichermaßen, weil die Eigenständigkeit der Farbe als Bildmaterial bestehen bleibt und das Bild letztendlich zum Relief wird. Diese besondere Form der Bearbeitung läßt die Komposition zwischen Figuration und Ungegenständlichkeit schweben. Das hat die Jury als besonderes Qualitätsmerkmal überzeugt, den Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis 2020 an Harry Meyer zu vergeben.

Johann Georg Fischer

Johann Georg Fischer (*1673 in Oberdorf im Allgäu; † 1747 in Füssen), war zugleich Steinmetz und Baumeister, Architekt, Freskenmaler und Stuckateur. Lange stand er im Schatten seines berühmten Onkels Johann Jakob Herkomer (1652–1717), als dessen Polier er zunächst arbeitete. Herkomer hatte seine Ausbildung bei dem Augsburger Maler Johann Georg Knappich absolviert und reiste anschließend nach Italien, um einige Jahre für die Patrizierfamilie Collalto in Belluno und Venedig zu arbeiten.Herkomers maßvoller, zugleich universell einsetzbarer Formenkanon, den er an seinen Neffen und Schüler Fischer weitergab, eröffnete ihm die Möglichkeit, mit geringem Aufwand größtmögliche Wirkung zu erzielen. Die Praktikabilität seines Systems bewirkte schließlich auch die weite Verbreitung in Schwaben und Tirol durch die so bezeichnete „Füssener Schule“. Neben der Kapelle in Sameister gelten vor allem das Kloster und die Kirche St. Mang in Füssen als wesentliche Werke Herkomers, des Weiteren der Umbau der St.-Moritz-Kirche und die Barockisierung der Hl.-Kreuz-Kirche in Augsburg. Ab 1716 erbaute er die Klosterkirche der Benediktinerabtei Fultenbach (diese wurde im Rahmen der Säkularisation 1803 aufgehoben, die Kirche schließlich 1811 abgebrochen).Nach Herkomers Tod im Jahr 1717 konnte Fischer auch mit eigenen architektonischen Ideen und Arbeiten auftreten. In Innsbruck zum Beispiel musste er für den Neubau von St. Jakob zwar die bereits vorhandenen Fundamente übernehmen, änderte jedoch die Pläne entscheidend ab. Sein Bau wurde richtungsweisend für die Tiroler Barockarchitektur.Wichtige Arbeiten von Johann Georg Fischer: Neubau von St. Jakob in Innsbruck, Neues Waldburg-Zeil’sches Schloss in Kißlegg, Fürstbischöfliches Schloss in Marktoberdorf, Stifts- und Schlosskirche St. Katharina und Franziskus in Wolfegg (jetzt Pfarrkirche), Pfarrkirche St. Gallus und Ulrich in Kißlegg, Klosterkirche Mariä Himmelfahrt des Franziskanerinnenklosters in Dillingen an der Donau, Pfarrkirche St. Pankratius in Sulzschneid, Choraltar für den Eichstätter Dom, Marmorepitaph für Bischof Johann Christoph von Freyberg in der Wolfgangkapelle des Augsburger Doms.

Laudatio und weitere Info zum Herunterladen

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72. Große Schwäbische Kunstausstellung

H2 Zentrum für Gegenwartskunst
im Glaspalast, Augsburg

bis Februar 2021


www.kunst-aus-schwaben.de

Land erleben

Einsichten und Ausblicke in Oberpfälzer Landschaften

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Laufzeit: 13. Sept. bis 25. Okt. 2020

Oberpfälzer Künstlerhaus, Schwandorf

Beteiligte Künstler: Miriam Ferstl, Harry Meyer, Nico Sawatzki und Olaf Unverzart, Herbert Mollwitz, Ludwig Steininger, Otto Baumann, Hannes Weikert, Alfons Bauer, Gisela Conrad, Ruthild Langhammer, Josef Georg Miller, Rupert Preissl, Rudolf Koller, Bernhard Maria Fuchs, Heinrich Glas, Peter Lang, Susanne Neumann, Thomas Rauh,

TERRA MAGICA

Mit Arbeiten von Werner Liebmann, Emil Cimiotti, Franz Baumgartner, Harry Meyer und Bruno Kurz

Laufzeit: 01. August bis 30. August 2020

Galerie Cyprian Brenner, Ecke Galerie, Elias-Holl-Platz 6, 86150 Augsburg

Harry Meyer Foto Wolfgang Mennel

Harry Meyer

Ausstellungen auf Gut Altenkamp und im Museum Eppingen

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Sommerausstellung 2020
Künstler der Galerie

gezeigt werden Bilder von: Friedel Anderson, Hans-Joachim Billib, Stefan Bräuniger, Anne Françoise Couloumy, Ulrich Gater, Ursula Jüngst, Christopher Lehmpfuhl, Celso Martínez Naves, Harry Meyer, Gabi Streile, Gabriele Vallentin, und Susanne Zuehlke

Laufzeit: 12.08.2020 – 09.09.2020

Galerie Meier Freiburg, Gerberau 4, 79098 Freiburg

"still life" - Stillleben

Wir zeigen eine Auswahl an Stillleben von: Stefan Bircheneder, Anne Carnein, Menno Fahl, Marion Eichmann, Pavel Feinstein, Matthias Garff, Kathrin Landa, Christopher Lehmpfuhl, Harry Meyer, Isabelle Roth, Dorothea Schrade, Bernd Schwarting und Patricia Waller

Laufzeit 04.09. bis 26.09.2020

Galerie Tobias Schrade, Auf der Insel 2, 89073 Ulm

OST-WEST Dialog

Woo Jong-Taek  und Harry Meyer

Laufzeit: September/Oktober 2020

Galerie & Edition Bode, Lorenzer Straße 2,90402 Nürnberg

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KATALOG
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Harry Meyer #MuseumStAfra

22x28 cm, 64 Seiten

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Harry Meyer #MuseumStAfra

Diözesanmuseum St. Afra, Augsburg
Kornhausgasse 3-5

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Harry Meyer Foto Wolfgang Mennel

Harry Meyer, Neue Arbeiten

Galerie Lüth, Husum
31.05. bis 09.07. 2020
Fontane lesen
- mach dir ein Bild davon

zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane 20.9. bis 20.10. 2019 Produzentengalerie M, Potsdam Die Brücke Kleinmachnow Kunstverein, Kleinmachnow mit Anna Arnskötter, Martin Assig, Ernst Baumeister, Andrea Baumgartl, Rainer Ehrt, Moritz Götze, Klaus Hack, Johannes Heisig, Peter Herrmann, Michael Hischer, Heike Jeschonek, Schirin Kretschmann, Volker Lehnert, Reinhard Osiander, Wolf-Dieter Pfennig, Hans Scheib, Christoph Scholz, Leo Seidel, Lothar Seruset, Bettina van Haaren, Pamona Zipser.

das große format

28. 6. bis 3.8. 2019 Ecke Galerie, Augsburg mit: Franz Baumgartner, Stefanie Ehrenfried, Moritz Götze, Klaus Hack, Janka Zöller, Burga Endhard, Rainer Kaiser, Christofer Kochs,Harry Meyer, Monika Schultes

GEGENÜBERSTELLUNG

17. 8. bis 21. 10. 2018 Kunsthaus Fürstenfeldbruck
Es erschien ein Katalog. Vorwort: Brigitte Herpich M.A. Herausgeber: Kulturstiftung Annelies und Gerhard Derrikks mit: Fritz Baer, Fritz Beherndt, Hans Best, Johannes Wilhelm von der Heide, Johann Daniel Holz, Lily Koebner-Linke, Otto Kubel, Peter Krusche, Kurt Neumeister, Harry Meyer, Ferdinand Freiherr von Reznicek, Phillipp Röth, Eugen von Ruckteschell, Ludwig von Senger, Heinrich von Zügel, u.a.

ART Fair Busan/Südkorea 2017

Bode Galerie, Nürnberg / Daegu mit: Dietrich Klinge und Pablo Picasso

Art Taipeh 2016

Bode Galerie, Nürnberg / Daegu mit Dietrich Klinge

Symposium Betzigau 2015

Es erschien ein Buch. Vorwort: Dr. Mechthild Müller-Hennig, Stephanie Hacker Verlag Tobias Dannheimer, Kempten mit: Terence Carr, Leonie Felle, Endy Hupperich, Josef Lang, Hama Lohrmann, Harry Meyer, Maximilian Moritz Prüfer, Max Schmelcher, Evelina Velkaite, Bruno Wank, Guido Weggenmann, u.a.

KIAF Korean International Art Fair, Seoul 2014

Bode Galerie Nürnberg / Daegu Mit: Benjamin Katz, Christopher Lehmpfuhl, Clemens Heinl, Dietrich Klinge, Donata Benker, Georg Baselitz, Harry Meyer, Herbert Maier, Ottmar Hörl, Peter Hermann, Gerhard Richter

Portraits
Arbeiten 1957 bis 2011
von Künstlern der Galerie 2012

Galerie Rothe Es erschien ein Katalog. Texte: Dr. Wolfgang Rothe, Martin Grzimek, Prof. Dr. Peter Anselm Riedl Herausgeber: Galerie Rothe mit: Hartwig Ebersbach, Esteban Fekete, Jürgen Goertz, Friedemann Hahn, Hort Egon Kalinowski, Joachim Kuhlmann, Harry Meyer, Hans Platschek, Hubertus von Pilgrimm, Joachim Schmettau, Bernhard Schultze.

Aller Zauber liegt im Bild

Zeitgenössische Kunst der Benediktinerabtei Maria Laach in der Sammlung Würth
2011 Museum Würth, Künzelsau
2013 Museo Würth La Rioja Agoncillo/Spanien
2016 Kulturforum Würth, Chur/Schweiz Es erschien ein Katalog im Swiridorf Verlag Texte: Reinhold Würth, C. Sylvia Weber, Pater Drutmar Cremer Herausgeberin: C. Sylvia Weber mit: Siegfried Anzinger, Klaus Arnold, Elvira Bach, Stephan Balkenhol, Walter Dahn, Felix Droese, Menno Fahl, Rainer Fetting, Günther Förg, Klaus Fussmann, Karl Otto Götz, Kuno Gonschior, Gotthard Graubner, Otto Greis, Erwin Gross, Johannes Grützke, Friedemann Hahn, Albrecht von Hancke, Thomas Hartmann, Clemens Heinl, Bernhard Heisig, Karl Horst Hödicke, Hans Jaenisch, Thomas Jessen, Clemens Kaletsch, Anselm Kiefer, Jürgen Klauke, Gustav Kluge, Werner Knaupp, Bernd Koberling, Diether Kunerth, Christopher Lehmpfuhl, Petra Lemmerz, Markus Lüpertz, Jonathan Meese, Georg Meistermann, Harry Meyer, Helmut Middendorf, Sigrid Nienstedt, Otto Piene, Klaus Rinke, Rissa, Karl Schmidt-Rottluff, Shmuel Shapiro, Hans Staudacher, Walter Stöhrer, Helmut Sturm, Norbert Tadeusz, Rosemarie Trockel, Günther Uecker, Emil Wachter, Franz Erhard Walter, Fritz Winter, Susanne Zuehlke, Bernd Zimmer, u.a.

KIAF
Korean International Art Fair, Seoul

2012 Bode Galerie Nürnberg / Daegu

East West Dialog Mit: Werner Knaupp, Harry Meyer und Christopher Lehmpfuhl - Koo Ja-Hyun, Lee U'fan und Kim Mun-Ho

Bode Galerie, Nürnberg 2012

mit: Andy Goldsworthy, Benjamin Katz, Clemens Heinl, Cony Theis, Donata Benker, Herbert Maier, Georg Baselitz, Harry Meyer, Elvira Bach, Ja-Hyun Koo, Karl Hagedorn, Mun-Ho Kim, Peter Hermann, Roger Libesch, Thomas Junghans, Tillmann Damrau, Werner Knaupp, Wolfgang Zelmer, Peter Angermann

100 Jahre 100 Bilder
Deutsche Malerei im 20. Jahrhundert

2009, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

Es erschien ein Katalog. Texte: Prof. Dr. Bernd Küster, Ursula Bode, Dr. Felix Krämer, Dr. Axel Hinrich Murken, Dr. Brigitte Schad, Dr. Gabriele Uelsberg Herausgeber: Dr. Bernd Küster mit: Max Liebermann, Max Slevogt, Wilhelm Trübner, Lovis Corinth, Heinrich Vogeler, Paula Modersohn-Becker, Karl Schmidt-Rottluff, Max Beckmann, Erich Heckel, Ludwig Meidner, August Macke, Wilhelm Morgner, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Gleichmann, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Christian Schad, Christian Rohlfs, Alfred Wais, Franz Radziwill, Karl Hubbuch, Edgar Ende, Eduard Bargheer, Fritz Winter, Rudolf Schlichter, Anton Räderscheidt, Max Ernst, Max Beckmann, Willi Baumeister, Felix Nussbaum, Karl Hofer, Carlo Mense, Georg Meistermann, Ernst Wilhelm Nay, Otto Ritschl, Fred Thieler, Bernhard Schultze, Richard Oelze, Emil Schuhmacher, Heinz Trökes, Horst Antes, Uwe Lausen, Alexander Camaro, Dieter Krieg, Friedrich Meckseper, Klaus Fußmann, Dieter Asmus, Peter Nagel, Gerhard Richter, Johannes Grützke, Peter Angermann, Uwe Bremer, A.R. Penck, Norbert Tadeusz, Rainer Fetting, Friedemann Hahn, Bernhard Heisig, Michael van Ofen, Jörg Immendorf, Walter Dahn, Wolf Vostell, Volker Stelzmann, Walter Libuda, Thomas Hartmann, Johannes Grützke, Jörg Herold, Hubertus Giebe, Heinz Mack, Raimund Girke, C.O. Paeffgen, Harry Meyer, u.a.

Magie der Farbe
Pastose Malerei, Farbkörper, Farbräume, 2009

Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück
Es erschien ein Ausstellungskatalog. Texte: Marike van der Knaap M.A., André Lindhorst, Dr. Andreas Vohwinckel, Prof. Dr. Peter Anselm Riedl, Rüdiger Heinze, u.a. mit: Bram Bogart, Jan de Beus, Stefan Gritsch, Justus Jahn, Zebedee Jones, Werner Knaupp, Dieter Krieg, Eugène Leroy, Matthias Lutzeyer, Harry Meyer, Adolphe Monticelli, Erik Oldenhof, Marie Jose Robben, Patrick Rohner, Jochen Schambeck, Bernd Schwarting, Rainer Splitt, ‚Michael Toenges, Kees van Bohemen, Theo Wolvecamp, u.a.

Perspektive Landschaft
Aktuelle Positionen der Landschaftsmalerei, 2009

Schloß Achberg 2010 Kunstverein Augsburg Es erschien ein Ausstellungskatalog Texte: Dr. Christian Bauer, Doris Blübaum M.A., Dr. Wibke von Bonin, Dr. Thomas Hirsch, Dr. Herbert Köhler, Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, Dr. Christiane Vielhaber Herausgeber: Dr. Kai-Michael Sprenger mit: Michael Bach, Franz Baumgartner, Ronald Franke, Harald Reiner Gratz, Werner Knaupp, Jan Kromke, Christopher Lehmpfuhl, Werner Liebmann, Harry Meyer, Sigrid Nienstedt, Andreas Scholz, Bernd Zimmer.

MENSCHENBILDER
2. Biennale der Zeichnung 2006

Kunstverein Eislingen Es erschien ein Katalog. Texte: Michael Hübl und Dr. Franz Träger Herausgeber: Kunstverein Eislingen mit: Martin Assig, Holger Bunk, Marlene Dumas, Andreas Grunert, Afred Hrdlicka, Christofer Kochs, Volker Lehnert, Joan Linder, Markus Lörwald, Herbert Nauderer, Danica Phelps, Carol Rama, Eun Nim Ro, Cornelia Schleime, Yolanda Tabanera, Raimund Wäschle, Danielle Zimmermann, u.a.

DER BERG 2002

Heidelberger Kunstverein Es erschien ein Buch im Kehrer Verlag Heidelberg Texte: Prof. Dr. Matthias Bleyl, Dr. Anette Frese, Prof. Hans Gercke, Brihitte Herpich M.A. Dr. Christmut Präger u. a. Herausgebeber: Hans Gercke mit: Carl Spitzweg, Eugen Bracht, Giovanni Giacometti, Giovanni Segantini, Gabriele Münter, Ferdinand Hodler, Philipp Bauknecht, Hermann Scherer, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner, Alexander Kanoldt, Otto Modersohn, Paul Klee, Erich Heckel, Johannes Itten, Joseph Beuys, Herbert Brandl, Axel Brandt, Marcel Broodthaers, Heinz Butz, Emil Cimiotti, Ugo Dossi, Ralph Fleck, Naoya Hatakeyama, Stephan Huber, Anish Kapoor, Dani Karavan, Werner Knaupp, Karin Kneffel, Bernd Koberling, Thomas Kohl, Sven Kroner, Nino Mafatti, Wolfgang Mattheuer, Michael Munding, Not Vidal, Leta Peer, Helmut Pfeuffer, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Dieter Roth, Gerhard Riessbeck, Helmut Schober, Emil Schuhmacher, Ansgar Skiba, Klaus Staek, Gabi Streile, Ernesto Tatafiore, Günter Uecker, Timm Ulrichs, Holger Walter, Andy Warhol, Willi Weiner, Dorothee von Windheim, Heinz Zander, Bernd Zimmer, u.a.

Eine Bilanz
14. Nationale der Zeichnung 2001

Atelier-Galerie Oberländer in der Toskanischen Säulenhalle in Augsburg Es erschien ein Ausstellungs Katalog. Text: Dr. Gode Krämer, Konrad Oberländer und Dr. Franz Träger Herausgeber Konrad Oberländer und Dr. Gode Krämer Mit: Hans Matthäus Bachmayer, Bernd Berner, Georg Baselitz, Franz Bernhard, Georg Bernhard, Andreas Bindl, Karl Bohrmann, Peter Bömmels, Jürgen Brodwolf, Tillmann Damrau, Hartwig Ebersbach, Barbara Ehrmann, Lothar Fischer, Franek, Klaus Fussmann, Galli, Harald Gratz, Klaus Hack, Johannes Hewel, Franz Hitzler, Ulrike Hogrebe, Werner Knaupp, Axel Krause, Walter Libuda, Georg Meissner, Michael Morgner, Max Neumann, Erwin Pfrang, Heike Pillemann, Christian Riebe, Helmut Rieger, Sybille Schlageter, Michael Schoenholtz, Rudi Tröger, Max Uhlig, Richard Vogl, Steffen Volmer, Vóre, Willi Weiner, u.a.

Bildnis Schädel Maske
11. Nationale der Zeichnung 1996

Atelier-Galerie Oberländer in der Toskanischen Säulenhalle in Augsburg Es erschien ein Ausstellungs Katalog Text Dr. Franz Träger Herausgeber Konrad Oberländer und Dr. Gode Krämer Mit: Rolf Altena, Hans Matthäus Bachmayer, Wolfgang Bier, Jürgen Brodwolf, Hede Bühl, Christine Colditz, Michael Croissant, Friedrich Einhoff, Friedemann Hahn, Johannes Heisig, Burkhard Held, Johannes Hewel, Franz Hitzler, Ulrike Hogrebe, Christofer Kochs, Eckhard Kremers, Gero Künzel, Werner Maier, Herbert Nauderer, Siegfried Neuenhausen, Max Neumann, Carsten Nicolai, Joachim Palm, Helmut Rieger, Heike Ruschmeyer, Joachim Schmettau, Max Uhlig, Karl Veitz, Axel Vater, Manfred Vogel, Steffen Vollmer

Harry Meyer Foto Wolfgang Mennel

Harry Meyer, Josef Lang

14.9. - 19.10.2019
Kunstarkaden Kempten
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71. Große Schwäbische Kunstausstellung

H2 Zentrum für Gegenwartskunst
im Glaspalast, Augsburg

bis 2. Februar 2020

www.kunst-aus-schwaben.de

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